Unsere Gebäude

Paul-Gerhardt-Kirche mit dem „Haus der Begegnung”

Am 3. Advent des Jahres 1961 wurde die Paul-Gerhardt-Kirche eingeweiht. Notwendig wurde der Bau dieser modernen Kirche infolge des rasanten Bevölkerungswachstums, das die Stadt Böblingen in den Jahren und Jahrzehnten nach dem 2. Weltkrieg erlebte. Neue Stadtteile entstanden, auch im Südwesten des Alten Stadtkerns. Lebten nach 1945 nur einige Hundert Menschen in diesem Teil Böblingens, so zählte die Paul-Gerhardt-Gemeinde 1965 bereits 4800 Gemeindeglieder. Und ein Ende des Wachsens war zunächst kaum abzusehen.

Der Turm der Paul-Gerhardt-Kirche im Frühling

Die Größe der Gemeinde ließ schließlich den Wunsch entstehen, außer der Kirche ein zweites Gemeindezentrum weiter im Süden zu gründen. So kam es zum Bau des Bonhoeffer-Hauses.

Im Pfarrbezirk Nord entstand 1973/1974 außerdem noch ein neues Pfarrhaus (das alte im Paul-Gerhardt-Weg wurde zum Haus der Jugend), eine Hausmeisterwohnung und vor allem das „Haus der Begegnung”. Letzteres wurde inzwischen von Grund auf renoviert und dient heute sowohl der Paul-Gerhardt-Gemeinde als auch der Evangelischen Erwachsenenbildung in Böblingen als Ort der Begegnung.

(Kopie 1)

Unsere Kirche im Winter und vom Turm der katholischen Marienkirche aus gesehen.

Bonhoeffer-Haus

Die Paul-Gerhardt-Gemeinde war niemals eine wohlhabende Gemeinde. Viele Flüchtlingsfamilien und Spätaussiedler (vor allem aus Siebenbürgen) lebten und leben hier. Sie prägen bis heute das Gemeindeleben in besonderer Weise. Da das Geld knapp war, kam für das gewünschte zweite Gemeindehaus nur ein Montagebau in Frage.
Die Landeskirche hatte damals Montagekirchen, aber es war keine frei. So wurde 1970 von der Gemeinde selbst ein Fertigbau-Gemeindehaus geplant und gebaut. 

Vorderansicht des Bonhoeffer-Hauses

Die Stadt Böblingen hatte mehrere Straßen, die zur Paul-Gerhardt-Gemeinde gehören, nach Widerstandskämpfern aus dem „3. Reich” benannt: so gibt es etwa eine Geschwister-Scholl-Straße, eine Stauffenberg- oder Goerdeler-Straße.
Der Kirchengemeinderat setzte diese Tradition fort und wählte für das neu entstandene Gemeindehaus in der Geleener Str.10 den Namen „Bonhoeffer-Haus”: zu Ehren Dietrich Bonhoeffers. (Die benachbarte katholische Gemeinde „St. Maria” schloss sich übrigens 1972 mit ihrem Alfred-Delp-Haus ebenfalls dieser Reihe an.)

Das Bonhoeffer-Haus von hinten

Dietrich Bonhoeffer

Dietrich Bonhoeffer

Dietrich Bonhoeffer (1906-1945) war nicht nur einer der bedeutendsten Theologen des 20. Jahrhunderts, sondern darüber hinaus – als einer von ganz wenigen aus dem Bereich der Kirche – im politischen Widerstand gegen das Regime des Nationalsozialismus aktiv. 1943 wurde er verhaftet und im Zusammenhang mit dem gescheiterten Stauffenberg-Attentat vom 20. Juli 1944 kurz vor Kriegsende im KZ Flossenbürg ermordet. Neben wichtigen theologischen Schriften schrieb Bonhoeffer – wie Paul Gerhardt – auch Gedichte, die schon bald vertont wurden. Besonders bekannt ist das Lied „Von guten Mächten”, das Eingang ins Kirchengesangbuch fand.
Bonhoeffer Gesellschaft: http://www.bonhoeffer-gesellschaft.de